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Schwamendingen 2.0

Frank Rühli 09.02.2017

Das Wasserglas ist ja bekanntlich „halbvoll“ oder „halbleer“. Dies gilt auch wenn es darum geht, Stadtkreise zu charakterisieren. Kaum ein Quartier wie Schwamendingen ist weitherum so bekannt und wird oft auch (negativ) stereotypisiert. Schwamendingen ist aber auch Teil der grossen Entwicklungszone Zürich-Nord. Hier wird viel gebaut, Bevölkerungsgruppen durchmischen sich und plötzlich wird es gar „hip“ in dieser Region Zürichs zu leben und zu arbeiten. Warum? Im Norden kann Zürich noch wachsen, hat Reserven, das „Landleben“ ist nah und doch ist man in rund 15 Minuten in der Innenstadt. Eine ideale Kombination also gerade auch für jüngere Zuzügler. Wo sonst ist man so nah an der grossstädtischen Infrastruktur, an einem internationalen Flughafen und doch ist das Gebimmel von Schafsglocken an gewissen Ecken dominierend? Diese Wachstumsregion wird politisch bedeutender, hier kann städteplanerisch gestaltet werden. „Schwamendingen 2.0“ ist also ein typisches Beispiel eines sich rasch wandelnden Stadtrandes. Es gilt, diesen Mix und die Erneuerungen innovativ zu ermöglichen: Wachstum ohne Zersiedelung, moderner Lifestyle ohne Verlust des dörflichen Charakters. Natürlich zeigen sich in Schwamendingen leider auch die Schattenseiten einer Grossstadt (Ghettoisierung, Fluglärm). Aber eben, die Betrachtungsweise „halbvoll“ oder „halbleer“ gilt besonders auch für diesen Stadtkreis!

 

Frank Rühli, Quartierverein Schwamendingen